Ratgeber

Regeln für B2B-Kalt-E-Mails, Land für Land

Ob Sie eine unbekannte Person in einem anderen Unternehmen per E-Mail anschreiben dürfen, hängt davon ab, wo sie sitzt, welche Art von Adresse Sie haben und, in Europa, von zwei getrennten Regelwerken. Dieser Ratgeber zeigt die Standardeinstellungen, die Demander in 24 Ländern anwendet, die Gründe dafür und was Sie dort vorbereitet haben müssen, wo E-Mails ohne Einwilligung erlaubt sind.

8 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am 2. Oktober 2026 · Zuletzt geprüft am 2. Oktober 2026

Abb. 01 Ein Globus mit Bögen von Prag zu fünfzehn der Märkte aus den Tabellen, von der Slowakei und Polen bis zum Vereinigten Königreich, den USA, Kanada und Australien, wobei Tschechien hervorgehoben bleibt.

Zwei Regelebenen in Europa

In der EU gelten für dieselbe E-Mail zwei Regelwerke. Das nationale Recht zur elektronischen Werbung, das auf der ePrivacy-Richtlinie beruht, entscheidet, ob Sie unaufgefordert kommerzielle E-Mails überhaupt senden dürfen. Die DSGVO entscheidet, wie Sie die Adresse verarbeiten dürfen, denn jan.novak@example.cz identifiziert eine Person, auch wenn er sie beruflich nutzt.

Für das Werberecht zählt das Land des Empfängers. Ein tschechisches Unternehmen, das einem französischen Interessenten schreibt, hält sich an französische Regeln; ein französisches Unternehmen, das einem tschechischen Interessenten schreibt, an tschechische. Wo die DSGVO gilt, kommen ihre Anforderungen in beiden Fällen hinzu.

Die meisten nationalen Gesetze behandeln juristische Personen (Unternehmen) anders als natürliche Personen. Einzelunternehmer gelten meist als natürliche Personen, ebenso Freemail-Adressen wie Gmail oder Seznam, die fast immer einer Einzelperson gehören.

In diesen Ländern sendet Demander ohne erfasste Einwilligung keine Marketing-E-Mail an einen namentlich bekannten Geschäftskontakt. Das gilt auch für Rollenadressen.

LandGesetzWas es verlangt
TschechienGesetz Nr. 480/2004 Slg., § 7Vorherige Einwilligung für kommerzielle E-Mails, auch bei juristischen Personen; Bußgelder bis 10 Mio. CZK
DeutschlandUWG § 7 Abs. 2 und § 7 Abs. 3Ausdrückliche vorherige Einwilligung, auch im B2B; Gerichte erwarten eine dokumentierte Einwilligung, in der Regel per Double-Opt-in
ÖsterreichTKG 2021, § 174Einwilligung für Direktwerbung per E-Mail, auch im B2B
PolenGesetz über elektronische Kommunikation (PKE), Art. 398, seit November 2024Vorherige Einwilligung für natürliche und juristische Personen; Bußgelder bis 3 Prozent des Umsatzes
SchweizUWG Art. 3 Abs. 1 lit. oEinwilligung für Massenwerbung per E-Mail
BelgienKöniglicher Erlass von 2003Einwilligung; der Erlass nimmt unpersönliche Adressen wie info@ aus, die Demander trotzdem als einwilligungspflichtig behandelt
SpanienLSSI Art. 21Vorherige Einwilligung für kommerzielle E-Mails
ItalienDatenschutzkodex (Codice privacy), Art. 130Einwilligung
PortugalGesetzesdekret 7/2004Einwilligung, als vorsichtige Standardeinstellung
DänemarkGesetz über Marketingpraktiken, § 10Einwilligung, auch im B2B
NorwegenMarketingkontrollgesetz, § 15Einwilligung, als vorsichtige Standardeinstellung
UngarnGesetz CVIII von 2001Einwilligung
RumänienGesetz 506/2004Einwilligung
KanadaCASLAusdrückliche oder stillschweigende Einwilligung; Demander leitet aus einer veröffentlichten Adresse keine stillschweigende Einwilligung ab
AustralienSpam Act 2003Ausdrückliche oder aus den Umständen abgeleitete Einwilligung

Bestandskunden dürfen in der Regel zu ähnlichen Produkten angeschrieben werden, wenn ihnen bei der Erhebung ihrer Daten und in jeder Nachricht seither eine Widerspruchsmöglichkeit angeboten wurde (Soft-Opt-in). Diese Ausnahme ist in Deutschland eng gefasst (Bestandskundenausnahme nach § 7 Abs. 3 UWG), hängt in Österreich von der ECG-Liste ab und ist in Polen begrenzt.

In diesen Ländern kann Demander Geschäftskontakte auf Grundlage des berechtigten Interesses mit Opt-out anschreiben, sobald die Schritte im nächsten Abschnitt erledigt sind.

LandGesetzWann es erlaubt istWer trotzdem eine Einwilligung braucht
SlowakeiGesetz 452/2021, § 116An geschäftliche Kontaktdaten, die zu diesem Zweck veröffentlicht wurden, mit erkennbarem Absender und kostenlosem Opt-outPrivatpersonen
FrankreichCPCE L.34-5 und Leitlinien der CNILWenn die Nachricht den Beruf des Empfängers betrifft, er bei der Erhebung der Adresse informiert wurde und der Widerspruch einfach istVerbraucher
NiederlandeTelecommunicatiewet Art. 11.7An juristische Personen (BV, NV) unter Kontaktdaten, die sie zu diesem Zweck veröffentlicht haben, mit Opt-out in jeder NachrichtNatürliche Personen, einschließlich Einzelunternehmer (eenmanszaak)
IrlandS.I. 336/2011, Reg. 13An Unternehmensanschlüsse (corporate subscribers), die nicht widersprochen habenEinzelpersonen
SchwedenMarketinggesetz, § 19An juristische Personen, mit Opt-outNatürliche Personen
FinnlandGesetzbuch zur InformationsgesellschaftWenn die Nachricht für die Rolle des Empfängers relevant ist, mit Opt-outPrivatpersonen
Vereinigtes KönigreichPECR Reg. 22 und 23, UK GDPRAn Unternehmensanschlüsse (Ltd, PLC, LLP, öffentliche Stellen), mit erkennbarem Absender und Beachtung von Widersprüchen; seit Februar 2026 Bußgelder bis 17,5 Mio. £ oder 4 Prozent des UmsatzesEinzelunternehmer und Personengesellschaften außer LLPs
USACAN-SPAMOpt-out-Modell: korrekte Header, ehrliche Betreffzeile, Postanschrift, Abmeldungen innerhalb von 10 Werktagen umgesetztNiemand nach CAN-SPAM; das Tracking regeln die Datenschutzgesetze der Bundesstaaten
IndienDPDP Act 2023In der Tabelle von Demander derzeit Opt-out, vorsichtig gehandhabt, solange die Einwilligungsregeln schrittweise in Kraft tretenAlle, bei denen Sie unsicher sind

Ein Land, das in keiner der beiden Tabellen steht, oder ein Kontakt, dessen Land unbekannt ist, wird so behandelt, als sei eine Einwilligung erforderlich.

Was Sie vor der ersten E-Mail brauchen

Wo die DSGVO gilt, ist die Erlaubnis nach Werberecht nur die halbe Miete. Diese Schritte decken die andere Hälfte ab, und Demander startet kein Prospecting mit Opt-out, bevor sie erledigt sind.

  1. Eine Interessenabwägung (LIA)

    Dokumentieren Sie, warum Sie ein berechtigtes Interesse daran haben, diese Art von Personen zu kontaktieren, warum E-Mail dafür erforderlich ist und warum die Interessen der Betroffenen nicht überwiegen. Demander verlangt, dass im Workspace eine abgeschlossene Abwägung hinterlegt ist und Prospecting mit Opt-out ausdrücklich eingeschaltet wird.

  2. Eine Rechtsgrundlage bei jedem Kontakt

    Hinterlegen Sie das berechtigte Interesse als Rechtsgrundlage für jeden Kontakt, den die Abwägung abdeckt. Ein Kontakt ohne hinterlegte Rechtsgrundlage wird nicht angeschrieben.

  3. Information nach Art. 14 DSGVO in der ersten Nachricht

    Haben Sie die Adresse nicht von der Person selbst, muss die erste Nachricht angeben, woher sie stammt, warum Sie schreiben, auf welches berechtigte Interesse Sie sich stützen und dass die Person widersprechen kann. Die Fußzeile von Demander nennt die Quelle und verlinkt Ihre Datenschutzerklärung, und das Prospecting wartet, bis dieser Link hinterlegt ist.

  4. Eine Nachricht zur beruflichen Rolle

    Der Inhalt muss die berufliche Rolle des Empfängers betreffen. Buchhaltungssoftware, die Sie einer Finanzleiterin anbieten, erfüllt das; dasselbe Angebot an einen Entwickler im selben Unternehmen ist deutlich schwerer zu rechtfertigen.

  5. Eine dauerhafte Sperrliste

    Wer widerspricht, sich abmeldet oder eine unzustellbare Adresse hat, kommt auf die Sperrliste und wird nie wieder angeschrieben, von keinem Postfach und in keiner Sequenz.

Was jede Nachricht überall braucht

Diese Punkte gelten in jedem Land, mit oder ohne Einwilligung, und Demander fügt sie jeder Outbound-Nachricht hinzu.

  1. 01

    Wer schreibt

    Name und Unternehmen des Absenders sowie eine gültige Postanschrift in der Fußzeile.

  2. 02

    Abmeldung mit einem Klick

    Die Header List-Unsubscribe und List-Unsubscribe-Post (RFC 8058) und zusätzlich ein sichtbarer Abmeldelink. Gmail verlangt von Massenversendern die Abmeldung mit einem Klick; Demander setzt sie bei Kalt-E-Mails unabhängig vom Volumen ein.

  3. 03

    Ehrliche Header und Betreffzeilen

    Keine irreführenden Absendernamen oder Betreffzeilen. CAN-SPAM schreibt das ausdrücklich vor, und Empfänger erwarten es überall.

  4. 04

    Abmeldungen sofort umsetzen

    Demander sperrt eine Adresse, sobald die Abmeldung oder der Widerspruch eingeht. In den USA sind 10 Werktage erlaubt; es gibt keinen Grund, diese Frist auszuschöpfen.

Wie Demander die Tabellen anwendet

Jeder Empfänger wird zweimal geprüft: bei der Aufnahme in eine Sequenz und noch einmal unmittelbar vor jedem Versand. Die Prüfung liest das Land des Empfängers und die Art der Adresse und liefert „erlaubt“ oder „gesperrt“ mit Begründung, die Sie beim Kontakt sehen.

Die Standardeinstellungen sind streng. Freemail-Adressen werden in Europa wie Adressen von Privatpersonen behandelt. In Ländern mit Einwilligungspflicht werden auch Rollenadressen wie sales@ gesperrt. Wegwerfadressen, ungültige Adressen und alle Einträge auf der Sperrliste werden nie angeschrieben. Für das Vereinigte Königreich ergänzt die Prüfung einen Hinweis, dass Einzelunternehmer und Personengesellschaften als Einzelpersonen gelten, weil die Adresse allein selten die Rechtsform verrät.

Accounts in Ländern mit Einwilligungspflicht bleiben erreichbar. Demander hält sie aus Kalt-Sequenzen heraus und erreicht sie mit Anzeigen auf Unternehmenslisten, mit LinkedIn-Nachrichten, die eine Person prüft und sendet, und mit Inhalten. Wer über ein Formular einwilligt, erhält eine Double-Opt-in-E-Mail, und die Einwilligung wird erst erfasst, wenn die Person bestätigt.

Für Dänemark und Schweden werden Unternehmen und Personen aus dem Prospecting zusätzlich mit den nationalen Werbesperrlisten (reklamebeskyttelse und reklamspärr) abgeglichen. Wer dort eingetragen ist oder nicht geprüft werden kann, wird ausgelassen.

Häufige Fragen

Darf ich in einem Land mit Einwilligungspflicht eine E-Mail senden, die um Einwilligung bittet?

Gehen Sie davon aus, dass das riskant ist. Eine Bitte um Erlaubnis für Werbung kann selbst als Werbung gelten, und laut unserer Recherche sieht die tschechische Aufsichtsbehörde das so. Gewinnen Sie den ersten Kontakt über einen anderen Kanal, etwa eine Anzeige, eine LinkedIn-Nachricht, die eine Person sendet, oder Inhalte, für die sich Interessenten anmelden.

Spielt das Land des Absenders eine Rolle?

Für das Werberecht entscheidet das Land des Empfängers. Ihr eigener Sitz bestimmt, welche Datenschutzbehörde für Sie zuständig ist, und Demander wendet die Schritte nach DSGVO an, sobald Absender oder Empfänger in der EU, im EWR, im Vereinigten Königreich oder in der Schweiz sitzt.

Ist eine E-Mail an info@ von diesen Regeln ausgenommen?

Oft nicht. Mehrere Länder wenden ihre Einwilligungsregel auch auf juristische Personen an, dort hilft eine allgemeine Adresse also nicht weiter. Demander sperrt Rollenadressen in Ländern mit Einwilligungspflicht und lässt sie in Opt-out-Ländern unter denselben Bedingungen zu wie jeden anderen Kontakt.

Brauche ich Double-Opt-in?

Deutsche Gerichte erwarten eine Einwilligung, die Sie nachweisen können, und das Double-Opt-in-Verfahren ist der übliche Nachweis. Demander verwendet es für jede E-Mail-Einwilligung, die über ein Formular eingeholt wird: Die Person bestätigt per Klick auf einen Link, und Zeitpunkt und Quelle werden gespeichert.

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